80 Jahre Kriegsende

„Dass ein gutes Deutschland blühe …“
Leben nach Kriegsende 1945 bis 1949

Texte u.a. von Wolfgang Borchert, Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Bertolt Brecht
Musik u.a. von Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch, Karl Amadeus Hartmann, Richard Strauss, Hanns Eisler und György Ligeti
Rezitation: Roman Knižka
Dramaturgie: Kathrin Liebhäuser
Dauer des Konzerts: ca. 90 Minuten (mit Pause ca. 110 Minuten) 

Trümmerfrauen in der Ruine von Hitlers „Neuer Reichskanzlei“ in Berlin.
Quelle: picture alliance

Am 8. Mai 2025 jähren sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zum 80. Mal. Aus diesem Anlass versetzen sich Roman Knižka und das Bläserquintett OPUS 45 in ihrem neuen Programm zurück in die frühe Nachkriegszeit der Jahre 1945 bis 1949. „Dass ein gutes Deutschland blühe …“ erzählt von einem Land im Ausnahmezustand, vom Leben in Trümmern, von Schwarzmarktgeschäften, Hungerwintern, starken Frauen, alltäglicher Gewalt, von Vertriebenen, Kriegsheimkehrern, aber auch von politischen und kulturellen Neuanfängen.

8. Mai 1945: Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht war Hitler-Deutschland offiziell besiegt. Fast sechs Jahre hatte der Zweite Weltkrieg gedauert und unvorstellbare 60 Millionen Opfer gekostet. In Deutschland lagen die Großstädte in Schutt und Asche. Unzählige Menschen waren obdachlos, auf der Flucht oder in Kriegsgefangenschaft. Das Sagen im Land hatten nun die Siegermächte. Als „Stunde Null“ empfanden viele Zeitgenossen diesen Moment der totalen Niederlage.

Dabei war das offizielle Kriegsende, der 8. Mai 1945, für viele Deutsche ein unspektakulärer Tag im kriegsbedingten Chaos. Das persönliche Kriegsende erlebten die Menschen im Land oft zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedliche Weise. Wie es sich konkret am jeweiligen Veranstaltungsort abspielte, darüber berichtet Roman Knižka zu Beginn des Konzerts.

Im Folgenden erinnern Zeitzeugnissen an ein Land zwischen Apokalypse und Aufbruch. Immer wieder steht das Schicksal der „Displaced persons“ im Fokus, der unzähligen KZ-Häftlinge, die nach ihrer Befreiung durch das Land der Täter irrten.

Trümmerpartys, Karnevalszüge, Menschenschlangen vor Theatern – wie sich trotz des Nachkriegselends in den Besatzungszonen ein oft kaum zu stillender Hunger nach Vergnügen, Kunst und Kultur ausbreitete ist ebenso Teil des Rückblicks wie bemerkenswerte Geschäftsideen der Nachkriegszeit, etwa jene der Kunstflug-Pilotin Beate Uhse.

Literatur nach der Stunde Null – ob man nach den Verbrechen der NS-Diktatur und der Katastrophe des Krieges überhaupt noch schreiben kann, wurde von Schriftsteller:innen der Gruppe 47 heftig diskutiert. Roman Knižka liest aus prägenden Werken der Nachkriegsliteratur u.a. von Wolfgang Borchert, Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Bertolt Brecht.

Musik am Puls der Zeit:Bereits kurz nach Kriegsende entstanden in völlig zerbombten Städten wie Darmstadt und München Foren für Neue Musik. OPUS 45 interpretiert Werke der Nachkriegsavantgardisten György Ligeti und Karl Amadeus Hartmann sowie Kompositionen von Dmitri Schostakowitsch und Hanns Eisler. Auf dem Programm stehen außerdem Werke von Ludwig van Beethoven, Richard Strauss und Jean Françaix. Swing und Schlager runden das musikalische Porträt der Nachkriegsepoche ab.

Lesung – Performance – Konzert
„Dass ein gutes Deutschland blühe …“ Leben nach Kriegsende 1945-1949 erinnert an die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur. Ausgehend von der epochalen Zäsur des Jahres 1945 beleuchten Roman Knižka und OPUS 45 eine ambivalente und spannungsreiche Übergangszeit zwischen Zerstörung und Neubeginn. Diese endete mit der Gründung zweier deutscher Staaten und der Teilung Deutschlands, deren Folgen bis heute spürbar sind.